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Arbeitsbewältigungsindex (ABI) / Work-Ability-Index (WAI)

Der Anfang der 90er-Jahre vom Finnischen Institut für Arbeitsmedizin entwickelte Work-Ability-Index (WAI), übersetzt Arbeitsfähigkeits- oder Arbeitsbewältigungsindex (ABI), ist eine Kennziffer für den Grad der Arbeitsfähigkeit eines Menschen. Gleichzeitig bezeichnet er eine Methode, mithilfe eines Fragebogens die Arbeitsfähigkeit von Erwerbstätigen zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erfassen. Ziel ist, die aktuelle Arbeitsbewältigungsfähigkeit von bestimmten Personen in bestimmten Strukturen (Betrieben, Abteilungen) festzustellen.

Ausgangspunkt der finnischen Arbeitsmediziner war die zunehmende Überalterung der Erwerbsbevölkerung. Als Faktoren für die Qualität der Arbeitsfähigkeit wirken zusammen: die Konstitution, die Lebensweise und die konkreten Arbeitsbedingungen. Aus den Ergebnissen des Arbeitsfähigkeitsindexes sollen Maßnahmen der individuellen Verhaltensprävention (Lebensweise) und der betrieblichen Verhältnisprävention (Arbeitsbedingungen) abgeleitet werden.

Der Arbeitsfähigkeitsindex wird aus den Antworten zu einer Reihe von Fragen bestimmt, die die physischen und psychischen Anforderungen der Arbeit, den Gesundheitszustand und die Leistungsreserven des Beschäftigten betreffen. Der Fragenbogen zum Arbeitsfähigkeitsindex wird entweder von den Befragten selbst oder von Dritten ausgefüllt, beispielsweise von Betriebsärzten bei der betriebsärztlichen Untersuchung. Der Selbstbeurteilung der eigenen Arbeitsfähigkeit durch den Arbeitnehmer und der Fremdbeurteilung der Arbeitsfähigkeit durch einen Arzt kommen dabei gleiche Bedeutung zu. Erst beide Bewertungen zusammen ermöglichen das Gesamtbild der Arbeitsfähigkeit.

Nach einem vorgegebenen Standard werden die Antworten bewertet, woraus ein Ergebnis zwischen 7 und 49 Punkten resultiert. Dann werden das Niveau der Arbeitsfähigkeit und die Zielsetzung für erforderliche Maßnahmen klassifiziert. Mit dem betroffenen Mitarbeiter wird geklärt, was das Unternehmen und was er selbst tun kann, um die Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten.

Die Befürworter unterstreichen die Vorzüge des Arbeitsfähigkeitindexes und seinen Nutzen für eine menschengerechte Arbeitsgestaltung. Die Kritiker behaupten, der ABI richte sich mehr auf die individuelle Leistungsfähigkeit und nicht auf individuelle Arbeitsbedingungen aus.

 
 
 

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