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Qualifizierungsmaßnahmen zur Erhaltung und Erweiterung der beruflichen Kenntnisse

Die Rückkehr eines behinderten Arbeitnehmers nach langer Arbeitsunfähigkeit an den alten Arbeitsplatz verläuft nicht immer reibungslos. Tätigkeiten, die bisher problemlos ausgeführt werden konnten, können plötzlich nicht mehr ausgeübt werden. Oder die technische Entwicklung ist zwischenzeitlich weiter fortgeschritten, so dass eine Einarbeitung in eine neue Technik notwendig ist.
Vielleicht erfordert die Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz sogar die Einarbeitung in einen völlig neuen Arbeitsbereich. Um die Wiedereingliederung in die Berufstätigkeit zu erleichtern können schwerbehinderte Arbeitnehmer fehlende Kenntnisse und Fertigkeiten in beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen erlernen.

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Gefördert werden sowohl innerbetriebliche als auch außerbetriebliche Fortbildungs- und Anpassungsmaßnahmen, die nicht nur der Erhaltung und Erweiterung von beruflichen Kenntnissen und Fertigkeiten, sondern auch der Anpassung an die technische Entwicklung dienen.

Zu den förderungsfähigen Maßnahmen gehören vor allem Bildungsmaßnahmen, die den besonderen Bedürfnissen der schwerbehinderten Menschen entsprechen. Maßnahmen, die alleine dem beruflichen Aufstieg dienen, werden nicht gefördert.

Auch selbstständige schwerbehinderte Menschen können diese Förderung erhalten, wenn die Maßnahme behinderungsbedingt notwendig ist. Die Förderung kann den behinderungsbedingten Mehraufwand einer nicht behinderungsbedingten Fortbildung umfassen, wenn die Kostenübernahme durch den Selbstständigen eine unzumutbare Belastung darstellen würde. Maßnahmen zur Änderung oder Ausweitung des beruflichen Tätigkeitsbereichs werden nicht gefördert.

Leistungshöhe und Leistungsträger

Die Höhe der Zuschüsse wird im Einzelfall entschieden. Sie können bis zur vollen Höhe der durch die Teilnahme an der Maßnahme entstehenden Aufwendungen betragen. Zu den förderungsfähigen Aufwendungen gehören die eigentlichen Lehrgangskosten (Teilnahmegebühr, Lernmittelkosten, Sachkosten), Fahrtkosten, Unterbringungskosten sowie Kosten für eine notwendige Begleitperson.

Wer fördert? Die Förderung erfolgt durch die Integrationsämter

Wer wird gefördert?

Förderungsfähig sind alle schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen.

Voraussetzungen für die Förderung

Es werden berufliche Qualifizierungsmaßnahmen gefördert, wenn

  • sie behinderungsbedingt notwendig sind,
  • durch sie eine Kündigung abgewendet werden kann,
  • eine Kostenübernahme für den Arbeitgeber eine unzumutbare Belastung darstellt,
  • durch die Änderung des Berufsfeldes das Arbeitsverhältnis in absehbarer Zeit beendet würde und durch die Qualifizierungsmaßnahme der Arbeitsplatz gesichert werden kann.

 

Gesetzliche Grundlage: Sozialgesetzbuch Neuntes Buch in Verbindung mit § 24 SchwbAV

Nach § 81 SGB IX ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer die Teilnahme an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen zu ermöglichen. Soweit die Maßnahme während der regulären Arbeitszeit des behinderten Beschäftigten stattfindet, kann das Integrationsamt dem Arbeitgeber das Arbeitsentgelt während der Dauer der Maßnahme erstatten (SGB IX § 102 Abs. 3 i.V.m. SchwbAV § 27).

Dies ist jedoch nur der Fall, wenn es dem Arbeitgeber nicht zugemutet werden kann, die Kosten selber zu tragen. Der schwerbehinderte Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber nicht darauf verwiesen werden, seinen Erholungsurlaub oder Zusatzurlaub für die Qualifizierungsmaßnahme zu verwenden.

Betriebliches Arbeitstraining als Beispiel

Das Betriebliche Arbeitstraining (Job Coaching) ist ein Beispiel für eine innerbetriebliche Qualifizierungsmaßnahme, die jedoch bisher nur in einigen Bundesländern durchgeführt wird.

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(me)

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