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Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben ist neben dem Vorhandensein eines geeigneten Arbeitsplatzes, insbesondere die Möglichkeit diesen Arbeitsplatz auch erreichen zu können. Einige Behinderungen wirken sich jedoch so einschränkend auf die Mobilität des Arbeitnehmers aus, dass er nicht mehr in der Lage ist, sein Auto wie bisher zu bedienen oder ein öffentliches Verkehrsmittel für den Arbeitsweg zu benutzen.

In diesem Falle gewähren die Rehabilitationsträger bzw. das Integrationsamt unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen zum Erreichen des Arbeitsplatzes.

Gefördert werden können:

  • Die Beschaffung eines Kraftfahrzeuges mit einem einkommensabhängigen Zuschuss von maximal 9.500 €.
  • Die behinderungsgerechte Zusatzausstattung inkl. Einbau- und Reparaturkosten in voller Höhe.
  • Die Erlangung der Fahrerlaubnis mit einem einkommensabhängigen Zuschuss.
  • Die zur Erlangung der Fahrerlaubnis behinderungsbedingt notwendigen Untersuchungen, Ergänzungsprüfungen und Eintragungen in vollem Umfange.
  • In Härtefällen Übernahme von Taxi- und Reparaturkosten oder einem Beförderungsdienst.

Förderung durch das Integrationsamt oder die Rehaträger

Schwerbehinderte Menschen können Zuschüsse für Maßnahmen zur Erreichung des Arbeitsplatzes nach der Kraftfahrzeug-Hilfeverordnung (KfzHV) erhalten. Die KfzHV gilt ausschließlich für schwerbehinderte Personen, die im Arbeits- und Berufsleben stehen. Der Zuschuss ist einkommensabhängig. Die Höhe des Zuschusses ist in § 6 KfzHV geregelt.

Kraftfahrzeughilfe wird vorrangig durch die Rehabilitationsträger gewährt. Das Integrationsamt fördert nur, wenn kein Rehabilitationsträger zuständig ist. Dies ist in der Regel nur bei Selbstständigen und Beamten der Fall.

Bei Arbeitnehmern, die weniger als 15 Versicherungsjahre in der Rentenversicherung haben, ist die Agentur für Arbeit der zuständige Rehabilitationsträger für die Kfz-Hilfe.

Beträgt die Versicherungszeit des Arbeitnehmers mehr als 15 Jahre in der Rentenversicherung ist dieser für die Leistungserbringung zuständig.

Hilfe bei der Beantragung von Leistungen:

Die Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation helfen behinderten Arbeitnehmern bei der Beantragung von Leistungen, wenn Sie nicht wissen, an welchen Rehaträger Sie sich wenden müssen und welche Leistungen sie beantragen können.

Zuschüsse für den Kauf eines Autos

Um einen Zuschuss für ein Kraftfahrzeug zu erhalten, muss der schwerbehinderte Mensch behinderungsbedingt und nicht nur vorübergehend auf die Benutzung eines Pkws angewiesen sein; das heißt, die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel muss aufgrund der Behinderung unmöglich sein. Größe und Ausstattung des Pkws müssen den Anforderungen entsprechen und die behinderungsbedingte Zusatzausstattung muss ohne unverhältnismäßigen Aufwand einbaubar sein.

Der Kauf eines Gebrauchtwagens kann gefördert werden, wenn das Kraftfahrzeug die Voraussetzungen erfüllt und der Zeitwert mindestens 50 Prozent des Neuwagenpreises beträgt. Leasing-Fahrzeuge werden nicht gefördert. Eine erneute Förderung ist frühestens nach fünf Jahren möglich.

Der Antrag auf Förderung muss vor dem Kauf bzw. der Auftragserteilung gestellt werden. Eine nachträgliche Bezuschussung ist nicht möglich.

In Härtefällen ist eine Förderung von Reparaturkosten möglich. Benzinkostenzuschüsse nach § 9 KfzHV können nur gewährt werden, wenn der Betroffene ansonsten auf Sozialhilfe angewiesen wäre.

Weitere Fördermöglichkeiten

Beförderung durch Dritte:

Bei schwerbehinderten Menschen, die selber nicht in der Lage sind ein Kraftfahrzeug zu führen, kann der Erwerb des Führerscheins für eine andere Person übernommen werden, wenn diese zum Führen des Kfzs zur Verfügung steht und die Beförderung zum Arbeitsplatz übernimmt.

Auch die Beförderung eines schwerbehinderten Menschen durch einen Fahrdienst oder die Übernahme von Taxikosten können anstelle eines Zuschusses zur Beschaffung eines Kfzs nach § 9 KfzHV übernommen werden, wenn er selber kein Auto führen kann und keine Begleitperson für den täglichen Transport zur Arbeit zur Verfügung steht.

Diese Förderung erfolgt jedoch nur dann, wenn die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln wegen der Schwere der Behinderung und/oder der Länge der Fahrzeit nicht zumutbar ist oder am Wohnort keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Hier kann unter Umständen nur ein Zuschuss für die Beförderung bis zur nächsten Haltestelle eines öffentlichen Verkehrsmittels gewährt werden.

Berücksichtigung der Fahrtkosten beim Finanzamt:

Unter bestimmten Voraussetzungen können schwerbehinderte Arbeitnehmer ihre Fahrtkosten mit dem PKW für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz steuerlich voll geltend machen.

mehr dazu hier

Unentgeltliche Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Behinderte Menschen, die in der Lage sind den Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen, haben keinen Anspruch auf Kraftfahrzeughilfe. Einige schwerbehinderte Menschen haben jedoch Anspruch auf eine unentgeltliche Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Lesen Sie hier, wer unter welchen Voraussetzungen diese Freifahrt in Anspruch nehmen darf.


(me)

Tipp

Im Hilfsmittelportal von REHADAT finden Sie viele unterschiedliche Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Anpassung ihres Kraftfahrzeugs

 
 

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