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Steuerliche Abgeltung von Fahrtkosten

Schwerbehinderte Arbeitnehmer mit einem GdB ab 70 oder einem GdB von wenigstens 50, denen das Merkzeichen G (erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr) bescheinigt worden ist, können bei ihrer Steuererklärung anstatt der Entfernungspauschale, die tatsächlich entstandenen Kosten für die Wege zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte geltend machen.

Berücksichtigt werden bei Selbstfahrern hierbei grundsätzlich nur die Kosten für die einmalige Fahrt zur Arbeit, auch wenn der Arbeitnehmer an einem Tag zweimal zum Betrieb gefahren ist.

Entfernungspauschale oder Einzelnachweis

Das Finanzamt prüft bei der Bearbeitung der Steuererklärung, ob der Ansatz der Entfernungspauschalen oder der tatsächlichen Kosten für die Wege zur Arbeit günstiger sind und berücksichtigt dann den für den Arbeitnehmer günstigeren Betrag.

Weist der Arbeitnehmer die Kosten für den Arbeitsweg nicht im Einzelnen nach, wird ein pauschalierter Kilometersatz von derzeit 60 Cent je Kilometer zugrunde gelegt. Mit diesem Kilometersatz sind dann alle Kosten abgegolten.

Zusätzlich berücksichtigt werden können nur noch folgende Kosten:

  • Kosten, die durch einen Unfall entstanden sind, der sich auf dem Arbeitsweg ereignet hat und
  • Gebühren für einen Parkplatz an der Arbeitsstätte.

Einzelnachweis und Berücksichtigung der Kfz-Gesamtkosten

Beim Einzelnachweis werden nicht nur die entstandenen Fahrtkosten für den Arbeitsweg sondern zudem die Kfz-Gesamtkosten und die Gesamtfahrleistung berücksichtigt.

Daher sollte der behinderte Arbeitnehmer den genauen Kilometerstand jeweils zu Beginn und Ende eines Kalenderjahres notieren. Auch Belege, die den genauen Kilometerstand enthalten (Inspektionsberichte etc.) sollten aufbewahrt werden.

Zu den Kfz-Gesamtkosten gehören alle Kosten, die durch die private und geschäftliche Nutzung des Pkws entstanden sind. Dies sind beispielsweise Kraftfahrzeugsteuer, Kfz-Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzbeiträge, Kosten für eine Garage, Benzinkosten, Inspektionskosten usw.

Anrechnung von Leerfahrten

Muss ein schwerbehinderter Arbeitnehmer jeden Tag durch eine Begleitperson (z. B. Ehepartner) im eigenen oder zur Nutzung überlassenen Auto zur Arbeit gefahren und wieder abgeholt werden, so entstehen hierdurch Leerfahrten, die steuerlich wie Werbungskosten berücksichtigt werden.

In der Broschüre des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) finden Sie Berechnungsbeispiele sowie weitere Leistungen und Steuerermäßigungen für behinderte Menschen (siehe unter "Infomaterial/Downloads" - rechte Spalte).


(me)
 
 

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