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Technische Arbeitshilfen

Die Ausstattung von Arbeitsplätzen mit technischen Arbeitshilfen

Körperfunktionen, die behinderungsbedingt ausgefallen oder beeinträchtigt sind, können häufig durch den Einsatz von Hilfsmitteln ersetzt oder ausgeglichen werden. Im Arbeitsbereich eingesetzte Hilfsmittel sind Bestandteil der behinderungsgerechten Ausstattung von Arbeitsplatz und Arbeitsstätte. Sie können vorhandene Fähigkeiten unterstützen, ausgefallene Fertigkeiten ganz oder teilweise ersetzen und den Arbeitsplatz eines behinderten Mitarbeiters leistungsgerechter gestalten.

Arbeitsplatzgestaltung als Aufgabe des Arbeitgebers

Grundsätzlich ist die behindungsgerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes die Aufgabe des Arbeitgebers. Schwerbehinderte Arbeitnehmer haben nach § 81 SGB IX Absatz 4 gegenüber ihrem Arbeitgeber Anspruch auf die Ausstattung ihres Arbeitsplatzes mit allen erforderlichen technischen Arbeitshilfen.

Zudem ist der Arbeitgeber verpflichtet die Arbeitsstätte behinderungsgerecht zu gestalten. Hierzu gehören Maschinen, Geräte, Betriebsanlagen und Bereiche des Arbeitsumfeldes. Da die behinderungsgerechte Gestaltung und Ausstattung häufig mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, kann der Arbeitgeber hierfür Leistungen beantragen. Ausführliche Informationen zum Thema Arbeitsplatzgestaltung und Leistungen für Arbeitgeber finden Sie in der Rubrik Arbeitgeber.

Technische Arbeitshilfen für Arbeitnehmer

Auch technische Arbeitshilfen für behinderte Arbeitnehmer gehören zur behinderungsgerechten Ausstattung eines Arbeitsplatzes. In Abgrenzung zur oben beschriebenen Arbeitsplatzgestaltung durch den Arbeitgeber, ist bei dieser Art von technischen Arbeitshilfen der Arbeitnehmer der Eigentümer. Häufig handelt es sich um speziell angepasste Hilfsmittel, wie beispielsweise maßgefertigte orthopädische Sicherheitsschuhe, spezielle Sehhilfen, Sitzhilfen oder Hörhilfen.

Technische Arbeitshilfen können entweder durch die jeweiligen Rehabilitationsträger oder durch die Integrationsämter gefördert werden. Auch Hilfsmittel, deren Kostenübernahme grundsätzlich in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherungen fallen, können gefördert werden.

Die Förderung von Hörhilfen als technische Arbeitshilfen

Grundsätzlich erfolgt die Abgrenzung der Zuständigkeit zur Versorgung mit Hörgeräten zwischen den Krankenkassen und den Rentenversicherungsträgern nach einem einfachen Prinzip:

  • die Krankenversicherung ist für den Behinderungsausgleich im Alltag zuständig.
  • die Rentenversicherung ist für den Ausgleich von allen beruflich bedingten Nachteilen zuständig.

Bei der Hörgeräteversorung wird die ausgefallene Körperfunktion "Hören" ausgeglichen. Für diesen unmittelbaren Behinderungsausgleich schulden die Krankenkassen ihren Versicherten die bestmögliche Angleichung an die Hörfunktion eines Gesunden. Hierbei stellt das Bundessozialgericht darauf ab, ob die Versorgung mit Hörhilfen zum Festbetrag ein normales Hören im Alltag ermöglicht. Dabei muss auch in größeren Räumen mit störenden Umgebungsgeräuschen ein ausreichendes Hörergebnis erzielt werden (hierzu zählt auch die "normale" Kommunikation am Arbeitsplatz, in Sitzungen oder bei Telefonaten). Kann dies nicht mit den sogenannten "Festbetragsgeräten" erreicht werden, schuldet die Krankenkasse die teurere Sachleistung bzw. den über den Festbetrag hinausgehenden Mehrbetrag.

Wenn allerdings der ausgeübte Beruf über den Behinderungsausgleich im Alltag hinausgehende Anforderungen an das Hörvermögen stellt, ist die Rentenversicherung für diesen Ausgleich zuständig.

In diesem Falle ist die Krankenversicherung für den Ausgleich in Höhe des Festbetrags zuständig. Die Übernahme der Mehrkosten dieser für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit erforderlichen höherwertigen Hörhilfen kann beim zuständigen Leistungs- oder Rehabilitationsträger beantragt werden.

Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Arbeitssicherheit nur durch eine optimale Hörgeräteversorgung gewährleistet ist, oder das genaue Wahrnehmen von Tönen und Klängen ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit ist (Beispielsweise bei einem Klavierstimmer).

Tipp: Beachten Sie unbedingt die aktuelleren Entscheidungen zu diesem Thema (rechte Spalte Mehr zum Thema / Rechtsprechung)

Wer hilft bei der Beantragung von technischen Arbeitshilfen?

Behinderte Arbeitnehmer sollten sich frühzeitig an die jeweiligen Rehabiltationsträger oder Integrationsämter wenden und sich bei der Auswahl und Beantragung von geeigneten Hilfsmitteln unterstützen lassen. Auch die Gemeinsamen Servicestellen beraten und unterstützen behinderte Menschen bei der Beantragung von Leistungen. Denn der Antrag auf Förderung einer technischen Arbeitshilfe muss immer vor dem Kauf oder der Bestellung erfolgen.

mehr zu den Ansprechpartnern für behinderte Menschen

Was kann gefördert werden?

Grundsätzlich gefördert werden die Erst- und Ersatzbeschaffung von technischen Arbeitshilfen, die Wartung und Instandhaltung, die Ausbildung im Gebrauch und die Anpassung an eine technische Weiterentwicklung (SchwbAV § 19).

Arbeitnehmer erhalten Leistungen für technische Arbeitshilfen, wenn mit der Arbeitshilfe die Eingliederung ins Arbeitsleben ermöglicht, erleichtert oder gesichert wird. Gefördert werden nur solche Hilfsmittel, deren Kosten dem Arbeitnehmer nicht zugemutet werden können.

mehr zum Thema Zuschüsse für technische Arbeitshilfen


(me)

 
 

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