REHADAT-Talentplus - Link zur Startseite Das Portal zu Arbeitsleben und Behinderung

Das Portal zu Arbeitsleben und Behinderung

Sie sind hier: 

Das Feststellungsverfahren

  • Wer darf die Anerkennung der Behinderung beantragen?

Alle Personen, die in Deutschland arbeiten oder ihren Wohnsitz haben, können einen Antrag zur Feststellung einer Behinderung stellen. Die Anerkennung einer Schwerbehinderung setzt nicht voraus, dass die antragstellende Person deutscher Staatsbürger ist.

  •  Wer stellt die Behinderung fest?

Die Feststellung der Behinderung ist nach § 69 SGB IX Aufgabe der Versorgungsverwaltung. Zuständig ist jeweils die Behörde, in dessen Bezirk sich der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthalt des Antragstellers befindet. Die Adressen der zuständigen Behörden finden Sie unter "Kontaktadressen" - (rechte Spalte).

  •  Wie wird die Behinderung festgestellt und was ist der Grad der Behinderung?

Die Schwere der Behinderung wird durch den Grad der Behinderung (GdB) ausgedrückt. Der GdB wird vom Versorgungsamt in Zehnergraden von 20 bis 100 festgestellt.

Bei der Begutachtung wird nicht allein die Krankheit berücksichtigt, sondern vielmehr die Funktionseinschränkungen, die von ihr verursacht werden. Neben den körperlichen Folgen zählen hierzu auch seelische Begleiterscheinungen sowie Schmerzen.

Grundlage der Beurteilung sind die "Versorgungsmedizinischen Grundsätze" (vormals "Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertengesetz (AHP)"). Den einzelnen Beeinträchtigungen werden Einzelwerte zugeordnet, aus denen dann der Gesamt-GdB gebildet wird. Dieser wird nicht durch addieren der Einzel-GdBs ermittelt, sondern vielmehr werden hier die wechselseitigen Beziehungen der Beeinträchtigungen berücksichtigt.

Wichtig: Der Grad der Behinderung sagt nichts über das Ausmaß der Leistungsfähigkeit im ausgeübten Beruf aus. Ein GdB von 50 bedeutet also nicht, dass der Arbeitnehmer nur noch zur Hälfte leistungsfähig ist und nicht mehr in der Lage ist, seinen Arbeitsplatz vollwertig auszufüllen.

Lesen Sie hier mehr zum Antragsverfahren ...

Schwerbehinderung und Schwerbehindertenausweis

Eine Schwerbehinderung liegt bei einem GdB von 50 oder mehr vor. Auf Antrag erhalten schwerbehinderte Menschen einen Schwerbehindertenausweis, der sie zur Inanspruchnahme von besonderen Rechten und Nachteilsausgleichen berechtigt. Diese Nachteilsausgleiche sind an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und bestehen beispielsweise aus der Berechtigung auf einem Behindertenparkplatz zu parken oder der Befreiung von den Rundfunkgebühren.

Der Ausweis gilt in der Regel ab dem Zeitpunkt, zu dem die Anerkennung beantragt wurde. Nur in Ausnahmefällen kann auch eine rückwirkende Feststellung der Behinderung vorgenommen werden.

Gleichstellung mit einem schwerbehinderten Menschen

Personen mit einem GdB von mindestens 30 aber weniger als 50 können unter bestimmten Voraussetzungen schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden (SGB IX § 2). Auch für gleichstellte Arbeitnehmer gelten besondere rechtliche Bestimmungen, wie beispielsweise der besondere Kündigungsschutz.

Lesen Sie hier mehr zum Gleichstellungsverfahren ...


(me)

Kontaktadressen

 
 

Tastaturkurzbefehle: