REHADAT-Talentplus - Link zur Startseite Das Portal zu Arbeitsleben und Behinderung

Das Portal zu Arbeitsleben und Behinderung

Sie sind hier: 

Ausbildung in Fachpraktiker- und Werkerberufen

Neben den Regelausbildungsberufen können behinderte Menschen in Ihrem Betrieb auch eine Ausbildung in Berufen für Fachpraktiker oder Werker nach dem Berufsbildungsgesetz (§ 66 BBiG) und der Handwerksordnung (§ 42 m HwO) absolvieren.

Zu den Fachpraktiker- und Werkerberufen gehören zum Beispiel:
 

Die Ausbildungsinhalte der Fachpraktiker- und Werkerberufe werden aus den Inhalten der anerkannten Ausbildungsberufe entwickelt (§ 66 BBiG). Dabei werden zum Beispiel fachpraktische Inhalte und Prüfungsanforderungen im Vergleich zur Fachtheorie stärker gewichtet oder auch fachpraktische Anteile ausgeklammert, die aufgrund einer Behinderung nicht absolviert werden können. Dies kann dazu führen, dass sich die Ausbildungszeit auf zwei Jahre reduziert und Ihnen bereits danach eine ausgebildete Fachkraft zur Verfügung steht.

Wenn der Leistungsstand und die Behinderung es während der Ausbildung erlauben, kann eine Ausbildung in einem Fachpraktiker- oder Werkerberuf auch nach der regulären Ausbildungsordnung fortgesetzt werden. In jedem Fall können gezielt Maßnahmen, wie auch bei der Regelausbildung, zum Erreichen des Ausbildungsziels eingesetzt werden.

Hinweis:
Ab dem 01. August 2009 müssen Ausbilder wieder eine Ausbilder-Eignungsprüfung bzw. ein Zeugnis nach der neuen Ausbildereignungsverordnung vorlegen, um ausbilden zu können.  Befreiungsvorschriften stellen sicher, dass Ausbilder, die in den vergangenen Jahren erfolgreich und ohne Beanstandungen ausgebildet haben, auch weiterhin keine Ausbilder-Eignungsprüfung nachweisen müssen (vgl. Ausbildereignungsverordnung § 7). Außerdem bleiben alte Zeugnisse nach der derzeit geltenden Ausbildereignungsverordnung auch künftig gültig. Ausbilder müssen jedoch wie bisher nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes persönlich und fachlich zur Ausbildung geeignet sein (vgl. Berufsbildungsgesetz § 28).

Speziell in Bezug auf die fachpraktische Ausbildung behinderter Menschen müssen die verantwortlichen in den Betrieben jedoch zur Sicherung der Qualität der Ausbildung und Inklusion der behinderten Auszubildenden über eine Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbilder (ReZA) verfügen. Diese nötige Zusatzqualifikation können Ausbilder in Lehrgängen über 320 Stunden in Tages- oder Abendkursen kostenpflichtig erwerben.

Da ReZA keine Prüfungsordnung beinhaltet, liegt es prinzipiell in der Kompetenz der Kammern, ob und auf welcher Grundlage ReZA anerkannt wird.

Seminare zu ReZA finden Sie hier online im Angebot von KURSNET - dem Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.

Qualifikation/Abschluss

Die Fachpraktikerberufe enden mit einer Abschlussprüfung bei den jeweils zuständigen Kammern (zum Beispiel Handwerkskammer, Landwirtschaftskammer oder Industrie- und Handelskammer). Der Auszubildende erhält nach der bestandenen Prüfung einen Facharbeiterbrief, Gesellenbrief usw. 

Zugang und Beantragung

Eine Ausbildung nach den besonderen Regelungen für behinderte Menschen beantragen die betroffenen Jugendlichen oder ihre gesetzlichen Vertreter - nach der Abstimmung mit Ihnen - bei der für die Ausbildung zuständigen Kammer (zum Beispiel Handelskammer, Landwirtschaftskammer oder Industrie- und Handelskammer).

Bevor Sie einen behinderten Menschen in einem Fachpraktikerberuf ausbilden wird geprüft, ob mit entsprechenden Maßnahmen eine Regelausbildung möglich ist. Um herauszufinden, ob Art und Schwere der Behinderung entsprechende Ausbildungsregelungen erfordern, ist eine differenzierte Untersuchung der beruflichen Eignung des Kandidaten notwendig. Die Eignungsuntersuchung wird von der Agentur für Arbeit durchgeführt. Bei der Untersuchung werden Gutachten der Fachdienste der Agentur für Arbeit und Stellungnahmen der Schule berücksichtigt. Ansprechpartner in der Agentur für Arbeit ist dabei die Berufsberatung für behinderte Menschen bzw. das Reha-Team. Außerdem stehen Ihnen Integrationsfachdienste bei allen Fragen beratend und unterstützend zur Seite (siehe in der rechten Spalte unter Kontaktadressen).

Förderung

Wenn Sie in Ihrem Betrieb einen neuen Ausbildungsplatz für schwerbehinderte Menschen schaffen, so gewährt Ihnen das Integrationsamt Zuschüsse/Darlehen zur Arbeitsplatzgestaltung. Auch zusätzliche Personalkosten können vom Integrationsamt mit Prämien und Zuschüssen gefördert werden.

mehr...
 

Sollte Ihr Betrieb im Jahr durchschnittlich mindestens 20 Mitarbeiter beschäftigen, so kann die zu zahlende Ausgleichsabgabe durch die Einstellung eines schwerbehinderten Auszubildenden reduziert werden.

mehr...
 

 (vh)

Mehr zum Thema

 
 

Tastaturkurzbefehle: