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Teilzeitarbeit

Teilzeitarbeitsplätze sind besonders für die schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen geeignet, die wegen ihrer Behinderung nicht in der Lage sind, Vollzeit zu arbeiten. Dies kann beispielsweise daran liegen, dass sie nur in der verkürzten Arbeitszeit ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen oder wenn sie wegen medizinischer oder therapeutischer Behandlungen weniger Zeit für die Arbeit aufbringen können. 

Um möglichst vielen behinderten Menschen die Möglichkeit zur Erwerbsfähigkeit zu bieten, hat jeder Arbeitgeber die Einrichtung von Teilzeitarbeitsplätzen zu fördern (SGB IX § 81 Abs. 5). So sollte jeder freie Arbeitsplatz grundsätzlich auch als Teilzeitarbeitsplatz ausgeschrieben werden, soweit er hierfür geeignet ist.

Gesetzliche Grundlage

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG § 8) verankert einen grundsätzlichen Anspruch jedes Arbeitnehmers auf Teilzeitarbeit. Der Teilzeitanspruch gilt für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate andauert und deren Arbeitgeber mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt. Der Arbeitgeber kann die Verringerung der Arbeitszeit oder deren Verteilung aus betrieblichen Gründen ablehnen.

Für schwerbehinderte und gleichgestellte Arbeitnehmer gilt zudem:

  • Sie haben grundsätzlich einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung, wenn diese wegen der Art und Schwere der Behinderung notwendig ist und sie dies nachweisen können.
  • Bei der Einrichtung von Teilzeitarbeitsplätzen für schwerbehinderte Beschäftigte können Arbeitgeber die Unterstützung durch die Leistungsträger in Anspruch nehmen. Teilzeitarbeitsplätze mit mindestens 15 Arbeitsstunden pro Woche können im Rahmen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben gefördert werden (SGB IX § 102).
  • Auch schwerbehinderte Arbeitnehmer in Teilzeit haben Anspruch auf Zusatzurlaub. Die Anzahl der zusätzlichen Urlaubstage richtet sich nach der Verteilung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit.
  • Der besondere Kündigungsschutz nach dem Schwerbehindertenrecht gilt auch für schwerbehinderte und gleichgestellte Beschäftigte in Teilzeit.
  • Bei einer Beschäftigung von wenigstens 18 Wochenstunden wird der schwerbehinderte Teilzeitbeschäftigte im Rahmen der Veranlagung zur Ausgleichsabgabe auf einen vollen Pflichtarbeitsplatz angerechnet. Je nach Art und Schwere der Behinderung gilt dies auch bei kürzeren Arbeitszeiten (SGB IX § 75 Abs. 2).

 
(me)

 
 

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