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Was müssen Sie beim Formulieren einer Stellenanzeige beachten?

Vorsicht vor diskriminierenden Sätzen

Stellenanzeigen müssen so formuliert sein, dass sie schwerbehinderte und behinderte Bewerber nicht diskriminieren. Eine unmittelbare Diskriminierung wäre beispielsweise dieser Satz: "Bewerbungen von Behinderten werden nicht berücksichtigt".
(Im Gegensatz hierzu:Bevorzugte Einstellung von schwerbehinderten Bewerbern - Verstoß gegen das AGG?)

Bei anderen Formulierungen ist die Sachlage allerdings nicht so eindeutig. Problematisch kann es zum Beispiel werden, wenn in der Anzeige ein Bewerberfoto gefordert wird und der Bewerber eine sichtbare Behinderung hat. Der Bewerber könnte bei einer Ablehnung Diskriminierung aufgrund seiner Behinderung vermuten. Ebenso bei der Forderung nach einem "ansprechenden/gepflegten Äußeren", wenn der Bewerber durch eine unfallbedingte Verletzung des Gesichts auffällt. Deshalb sollten Arbeitgeber auf Forderungen, die das Äußere betreffen, am besten verzichten.

In jedem Falle sollte eine Arbeitsplatzausschreibung ausführlich und strukturiert erfolgen und die wesentlichen am Arbeitsplatz zu erbringenden Tätigkeiten beschreiben. Die Benennung von gewünschten Eigenschaften birgt immer das Risiko einer Benachteiligung. Alle objektiven und subjektiven Kriterien, die ein Stellenbesetzer erfüllen soll, sollten ohne Ansehen einer Person formuliert werden. Denn Fehler in einer Ausschreibung, die eine Benachteiligung vermuten lassen, können später nur sehr schwer durch nachgeschobene Gründe getilgt werden.

Auch bei der Beschreibung des eigenen Unternehmens sollte darauf geachtet werden, dass keine benachteiligenden Formulierungen verwendet werden.

Schadensersatzansprüche

Bewerber, die sich durch eine Anzeige diskriminiert fühlen, haben zwei Monate Zeit, ihre Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Beweislast trägt der Arbeitgeber. Konkrete gesetzliche Vorgaben zur Höhe der Entschädigung gibt es nicht, sie soll, laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, angemessen sein.

Zu den Stellenausschreibungen gehören neben Veröffentlichungen in der Presse und im Internet auch interne Ausschreibungen und Stellenmitteilungen an die Agentur für Arbeit oder an Personalberatungsfirmen.

Beauftragt der Arbeitgeber einen Dritten mit einer Stellenausschreibung, können ihn bei einer nicht ordnungsgemäßen Arbeitsplatzausschreibung Konsequenzen treffen, da er verpflichtet ist, die Ausschreibung sorgfältig zu überprüfen. Nur gezielt an eine Person gerichtete Bewerbungsaufforderungen werden nicht zur Stellenausschreibung gezählt.

(me)

 
 

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