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Wie fängt man Betriebliches Eingliederungsmanagement an?

Bedarf für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) gibt es spätestens dann, wenn Mitarbeiter länger oder wiederholt arbeitsunfähig erkrankt sind.

Jetzt sollten Arbeitgeber im Dialog mit dem Betroffenen und mit allen in Frage kommenden Beteiligten im Betrieb Akzeptanz für ein BEM schaffen und klären, was getan werden kann.

Das Konzept: individuell und flexibel

Ein allgemeingültiges, fertiges Konzept für ein BEM gibt es nicht. Der Gesetzgeber hat das Verfahren und die Inhalte des BEM nicht vorgeschrieben. Der Arbeitgeber und die betrieblichen Beteiligten können das konkrete Verfahren des Eingliederungsmanagements nach den individuellen Erfordernissen gestalten.

Je konkreter ein BEM umgesetzt und nachvollziehbar ist, desto eher wird es sich als ein dauerhaftes und systematisiertes Verfahren etablieren. Um dies zu erreichen, sollte es im Idealfall in die bestehenden Strukturen des Unternehmens eingebunden sein.

Fünf Schritte im Betrieblichen Eingliederungsmanagement

Obgleich es kein allgemeingültiges Verfahren gibt, zeigt die aktuelle Diskussion, dass bestimmte Schritte für die praktische Durchführung eines BEM besonders sinnvoll sind. 

1. Frühzeitiges Erkennen von gesundheitlichen Problemen

  • Dokumentieren Sie krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeitszeiten der letzten zwölf Monate.
  • Stellen Sie Ihren Handlungsbedarf fest, identifizieren Sie Mitarbeiter, die Unterstützung für eine (Wieder-)Eingliederung benötigen (Arbeitnehmer mit mehr als 30 Arbeitsunfähigkeitstagen).


2. Erstkontakt aufnehmen

  • Nehmen Sie Kontakt zu dem betroffenen Mitarbeiter auf und informieren Sie ihn.
  • Erläutern Sie die Möglichkeiten und Ziele eines BEM sowie Art und Umfang der zu erhebenden Daten.
  • Garantieren Sie den Schutz persönlicher Daten.


Ist der betroffene Mitarbeiter damit einverstanden, an einem BEM mitzuwirken, kann das eigentliche Verfahren beginnen.

3. Situationsanalyse, Fallbesprechung im Team

  • Richten Sie eine betriebliche Schaltstelle ein, zum Beispiel ein Integrationsteam.
  • Bestimmen Sie und legen Sie Zuständigkeitsbereiche fest.


4. Fall managen: konkrete Maßnamen vereinbaren und umsetzen


5. Erfolg überprüfen

  • Führen Sie die geplanten Maßnahmen durch und dokumentieren Sie sie.
  • Lassen Sie die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen.
  • Passen Sie das BEM langfristig an, verbessern und systematisieren Sie es.
  • Entwickeln Sie als Nebeneffekt des BEM auch die Arbeit in der umfassenden betrieblichen Gesundheitspolitik weiter.


(ml)

 
 

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