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Psychische Erkrankungen

Die Ursachen und Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen sind vielfältig. Im Arbeitsleben kommen vor allem Depressionen und Angsterkrankungen vor, gelegentlich auch schizophrene Psychosen und bipolare Störungen (manisch-depressive Erkrankungen).

Starke Zunahme

Der Anteil psychischer Erkrankungen an den krankheitsbedingten Ausfalltagen hat sich seit Beginn der 90er Jahre mehr als verdoppelt. Sie verursachen inzwischen fast 15 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage und stellen mittlerweile die häufigste Frühverrentungsursache dar.

Im Jahr 2012 entfielen etwa 60 Millionen Krankheitstage auf psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen, dies sind fast doppelt so viele, wie im Jahr 2001 (33,6 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage). (Quelle der Daten: Infoportal Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt / Daten und Fakten, siehe: Weitere Links, rechte Spalte)

Allein für das Jahr 2011 werden die Kosten des Produktionsausfalls aufgrund psychischer Erkrankungen auf knapp sechs Milliarden Euro geschätzt, die verursachten Krankheitskosten fast auf das Fünffache (Quelle: BMAS-Forschrittsreport altersgerechte Arbeitswelt 3 / 2013).

Trotzdem werden sie in der Arbeitswelt oft als „Privatangelegenheit“ betrachtet. Betroffene verschweigen oder verleugnen die Erkrankung, weil sie sich schämen und Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Kollegen und Vorgesetzte sind verunsichert und wissen nicht, wie sie mit dem erkrankten Mitarbeiter umgehen sollen. Das wiederum kann die Erkrankung verschlimmern, zum Rückzug des Betroffenen und zu Konflikten innerhalb des Teams führen.

Frühzeitig Gegensteuern

Dabei gilt für psychische Erkrankungen ebenso wie für körperliche Erkrankungen: Sie sind behandelbar und die Prognose ist umso besser, je früher die Therapie beginnt. Wenn der Verdacht auf eine psychische Erkrankung bei einem Mitarbeiter besteht, ist daher wichtig, dass der Vorgesetzte handelt und auch der Betriebsarzt frühzeitig eingebunden wird.

Bewährt hat sich das H-I-L-F-E-Konzept:

  • Hinsehen
  • Inititative ergreifen
  • Leitungsfunktion wahrnehmen
  • Führungsverantwortung: Fördern – Fordern
  • Experten hinzuziehen

Hilfsangebote

Eine Beratungshotline zu psychischen Erkrankungen im Arbeitsleben gibt es bei der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (BApK e.V.) unter der Telefonnummer 0180 5 950 951.

Der Verband bietet auch drei- bis fünfstündige Informationsveranstaltungen in Unternehmen an, in denen besonders geschulte Angehörige von psychisch Kranken ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben. Informationen dazu erhalten Sie unter der Telefonnummer 0228 9659757 oder bei hommelsen.bapk@psychiatrie.de.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe begleitet im "Aktionsnetz Depression am Arbeitsplatz" Unternehmen bei der Durchführung eines Programms zum Umgang mit Depression am Arbeitsplatz und stellt Materialien für Interventionsprogramme zur Verfügung.

Bei schwerbehinderten oder gleichgestellten Mitarbeitern mit psychischen Erkrankungen helfen auch die psychosozialen Fachdienste der Integrationsämter sowie die Integrationsfachdienste.
Das Angebot reicht von umfassender Beratung über Hilfe bei Problemen am Arbeitsplatz bis zum Job-Coaching und Schulungsangeboten für Kollegen.

Die vom Bundesministerium  für Bildung und Forschung geförderten Kompetenznetze informieren über Krankheitsbilder und Hilfsangebote:

Finanzielle Förderung

Wenn die Belastung für Sie als Arbeitgeber nicht zumutbar ist, können Sie Fördermittel erhalten.

Leistungen an Arbeitgeber zum Erhalt bestehender Arbeitsverhältnisse können nicht nur für die Arbeitsplatzgestaltung und die Ausstattung mit technischen Arbeitshilfen gewährt werden, sondern auch als Ausgleich bei außergewöhnlichen Belastungen.

Eine Übersicht finden Sie unter "Infomaterial/Downloads" - "Leistungen an Arbeitgeber" (rechte Spalte). 

(se)

Beratungshotline

zu psychischen Erkrankungen im Arbeitsleben:
Tel.: 0180 5 950 951
(Mo, Di, Do 15:00 bis 19:00)

 
 

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